Wie die Leidenschaft für den Fußball mein Leben prägte

Eigentlich bin ich in eine Fußballfamilie hineingeboren worden. Ich bin die Jüngste von vier Kindern. Ich habe drei ältere Brüder, die von klein auf Fußball spielten oder in ihrer Jugendzeit die Schiedsrichtertätigkeit ausgeübt haben.

Mein Vater ist leidenschaftlicher Fußballfan und das Gucken der Bundesliga am Wochenende mit der ganzen Familie gehörte zur Normalität. Außerdem besuchten wir regelmäßig die Fußballplätze meiner Brüder. Ich kam also nicht drum herum, mir auch einen Ball zu schnappen und mich abseits vom Geschehen eigenständig mit dem Ball zu beschäftigen. So entwickelte ich Stück für Stück immer größeres Interesse und eine große Leidenschaft für den Fußball.

Fußball als Leidenschaft

Mit 14 Jahren trat ich in einen Fußballverein ein und spielte dort zwei Jahre lang. Dort gewann ich direkt zweimal den Meistertitel. Danach beschloss ich, mich zunächst auf die Schule und mein angestrebtes Ziel, das Abitur, zu fokussieren und den Fußball für eine Weile ruhen zu lassen.

Während meiner Schulzeit absolvierte ich jedoch die Coach-Ausbildung des Projektes Kicking Girls, welches sich für Mädchen und Frauen im Fußball stark macht. Dadurch gewann der Fußball wieder an Bedeutung. Nach der erfolgreichen Ausbildung durfte ich selbständig eine Fußball-AG in einer Grundschule mit Mädchen aus der 3. und 4. Klasse betreuen und leiten. In dieser Zeit lernte ich den Umgang und das Zusammenarbeiten mit Kindern, entwickelte neue Kompetenzen und erweiterte und stabilisierte mein Selbstbewusstsein.

Mit 18 Jahren wechselte ich dann zum Fußballverein SV Rhenania Hamborn und begann zunächst als Trainerassistentin. Nach zahlreichen Fortbildungen und dem Erlangen der C-Trainerlizenz für den Breitenfußball fungiere ich dort bis heute als Fußballtrainerin. Im Laufe dieser Zeit wurden wir des Öfteren von Kamerateams begleitet und interviewt, da wir ein Verein mit einem hohem Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, inmitten eines sozialschwachen Milieus sind.

Diese Erfahrungen haben mich persönlich sehr bereichert und ich wurde 2013 sogar mit dem NRW-Preis „Mädchen und Frauen im Sport“ des Landessportbundes und des Sportministeriums NRW in der Kategorie „Emanzipation“ für mein Engagement ausgezeichnet.

Neben meiner Tätigkeit als Trainerin bin ich die Duisburger Koordinatorin des Laureus Projektes Kicking Girls. Dieses Projekt ermöglicht vielen Mädchen einen Zugang zum Fußball und gibt weiblichen Jugendlichen die Gelegenheit, an einer Coach-Ausbildung teilzunehmen und eine AG zu leiten.

Insbesondere in einer männerdominierten Sportart wie dem Fußball sehe ich dieses Projekt als große Chance für Mädchen an, ihr Talent zu zeigen und auszubauen. Diese Arbeit macht mir Spaß, da ich so meine Erfahrungen, meine Leidenschaft und meine Fähigkeiten weitergeben kann.

Nadja Taheri, Fußballerin, Coach und Preisträgerin

Translate »