Fußball-Camps

Fußball-Camps als Highlight

 

In den dreitägigen Mädchenfußball-Camps können die Mädchen alters- und schulübergreifend gemeinsam trainieren. Angeleitet von Trainern und Trainerinnen, die von jugendlichen COACHES unterstützt werden, lernen sie Fußballtricks und –techniken. Doch nicht nur die körperlichen Aktivitäten stehen im Vordergrund, denn im Camp geht das Miteinander über das Spielfeld hinaus. Die Mädchen lernen, dass hierbei Regeln eingehalten werden müssen und Rücksichtnahme auf andere erforderlich ist. Aber auch neue Freundschaften entstehen hier und die Kinder lernen Verantwortung füreinander zu übernehmen. Das gemeinsame Erlebnis des Fußballcamps kann dabei ein Schritt zum gegenseitigen Verständnis sein. Neben Fairplay und Teamgeist stehen an den drei Tagen natürlich ganz viel Spielen, Üben und Toben auf dem Programm.
Die im Projekt ausgebildeten COACHES leiten im Camp selbständig kleinere Gruppen an, betreuen unter Anleitung die jüngeren Mädchen und wirken bei der Programmgestaltung mit. Das Highlight des Fußballcamps ist das Abschluss-Spiel der Kinder gegen das Team der TrainerInnen am letzten Tag. Hier können die jungen Kickerinnen noch einmal alles geben und ihren Eltern, Geschwistern und Freunden zeigen, was sie gelernt haben.

Praxis Bericht Camp Oldenburg

Vom 9. bis zum 11. April 2014 fand das dritte Mädchenfußballcamp des Projektes in Oldenburg statt. Täglich wurde in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr auf dem Sportgelände und in der Sporthalle der Integrierten Gesamtschule Flötenteich gekickt. Die gute Resonanz aus den Vorjahren setzte sich auch in diesem Jahr fort, so dass 45 Mädchen der Schulklassen 4 bis 7 am Camp teilnahmen. Die Gruppe setzte sich aus älteren Mädchen zusammen, die zum wiederholten Male teilnahmen – teilweise bereits zum dritten Mal – sowie aus 24 Mädchen der 4. Klassen, welche das Camp zum ersten Mal besuchten. Es zeichnet sich ab, dass Kinder, die einmal teilnehmen, sich in den Folgejahren erneut anmelden, bis sie die Altersgrenze über­schritten haben. Die Zielgruppe der Migrantinnen konnte im ersten Jahr überhaupt nicht erreicht werden, während im zweiten Jahr bereits einige wenige Mädchen mit Migrationshintergrund teilnahmen. Auch dieser Trend scheint sich fortzusetzen, insbesondere da zwei der beim Camp als Betreuerinnen eingesetzte jugendliche COACHES aus dem Oldenburger Stadtteil Kreyenbrück stammen. Hierbei handelt es sich um einen Stadtteil mit erhöhtem MigrantInnen-Anteil und die COACHES haben Mädchen aus dem dort angesiedelten eigenethnischen Sportverein „mitgezogen“. Es hat sich herausgestellt, dass die Anfahrt zum Fußballcamp vom Stadtsüden in den Stadtnorden für migrantische Familien ein Problem darstellen kann. Durch das Angebot der beiden COACHES, die entsprechenden Kinder im Linienbus zu be­gleiten, konnte für einige Mädchen diese Barriere aufgehoben werden. Die finanzielle Unterstützung der Laureus Sport for Good Stiftung und der Firma Vogelsang trug dazu bei, dass für einige Kinder ein ermäßigter Teilnahmebetrag angeboten werden konnte. Dies hatte zur Folge, dass mehr Mädchen aus sozial benachteiligten Familien teilnahmen.

Nach einer Begrüßung der Kinder unter Anwesenheit der Eltern, wurden die Mädchen in vier altershomogene Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe wurde während der drei Tage von einer Trainerin/einem Trainer und einem jugendlichen COACH betreut. In diesem Jahr unterstützten erstmals drei im MICK-Projekt ausgebildete COACHES die TrainerInnen, welche selbst vor einigen Jahren durch eine MICK-Mädchenfußball-AG an ihrer Grundschule das erste Mal mit dem Fußballspielen in Berührung gekommen sind. Alle drei COACHES sind inzwischen Mitglied in einem Sportverein und trainieren dort selbst ein Team aus jüngeren Spielerinnen. Das In­einandergreifen der einzelnen Projektbausteine wird hier sehr deutlich und zeigt erste langfristige Erfolge.

An allen drei Tagen startete das Fußballcamp mit einem gemeinsamen Aufwärmspiel und anschließendem Training in den Gruppen. Es wurden kleinere Wettbewerbe durchgeführt, für die die Mädchen Urkunden bekamen, sowie ein gemeinsames Turnier gespielt, bei dem die Teilnehmerinnen in sechs gleichwertige Teams eingeteilt wurden. Da das Camp nicht leistungsorientiert ist, gab es keine „Turnier­sieger“ und die Wettbewerbe wurden so gestaltet, dass jedes Kind im Laufe der drei Tage mindestens bei einem Wettbewerb eine Urkunde bekam. Da der Spaß im Vordergrund stand, konnten die Mädchen an der Programmgestaltung mitwirken. Dies führte beispielsweise dazu, dass ein besonders beliebtes Aufwärmspiel mehrmals hintereinander gespielt wurde und die anschließenden Fußballeinheiten in den Gruppen etwas kürzer ausfielen.

Das Highlight des Fußballcamps stellten die Abschlussspiele am Freitagnachmittag dar. Alle Teams traten einmal gegen das Team der TrainerInnen und COACHES an, wozu alle Eltern, Geschwister und Freunde eingeladen waren. Die Abschlussspiele waren sehr gut besucht, die Stimmung in der Sporthalle prächtig – zumal sich das Team der TrainerInnen/COACHES in keinem der Spiele behaupten konnte. Das Fußballcamp endete mit der Verteilung der Urkunden für das „MICK-Fußball­abzeichen“ und der Übergabe eines persönlichen Trikots und eines Fußballs an jedes Mädchen. Sowohl das Feedback der Kinder, als auch die Berichte der an­wesenden Eltern waren durchweg positiv. Es gab bereits vermehrte Anfragen für eine Anmeldung im kommenden Jahr.

Ziele

  • Gefühl der Gemeinschaft erleben
  • Multikulturellen Treffpunkt schaffen
  • Wettkampf erleben
  • Sich untereinander messen
  • Neue Fähigkeiten anwenden
  • Selbstvertrauen erlangen – Positive Verstärkung
  • Auszeichnungen erhalten

Foto-Impressionen

Zu den anderen Projekt-Bausteinen

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